Magath weg – Peinlich hoch 4 bleibt

16 03 2011

Felix Magath wurde heute beim FC Schalke 04 entlassen. Gut so! Denn einmal mehr konnte der Verein hiermit beweisen, dass er einfach nicht zum erfolgreichen wirtschaften gegründet wurde.

Nehmen wir einmal an, wir würden ein Buch mit dem Thema „(Un)Erfolgreiches Führen eines Wirtschaftsunternehmens“ schreiben. Alleine Schalke 04 würde uns alle nötigen Fallbeispiele liefern um das Buch zu einem Bestseller werden zu lassen. Es scheint fast so, als hätte der Verein die Aufgabe, der Nation zu zeigen wie es in einem Verein bzw. Wirtschaftsunternehmen nicht laufen soll, und dementsprechend auch die Vorstands- und Aufsichtsratmitglieder ausgesucht werden. Anders lässt sich der andauernde Krisenzustand im Ruhrpottclub nicht erklären.

Rückblick: „Wir haben ein ganz neues Konzept für den Verein, das auch eine weitere Verbesserung der Nachwuchsarbeit beinhaltet. Wir geben der gesamten Truppe ausreichend Zeit. Ich glaube, wir haben eine gute Zukunft.“ Mit diesen Worten verkündete der Aufsichtsratvorsitzende Clemens Tönnies stolz am 6. Mai 2009 die Verpflichtung von Felix Magath. Mit einem Vier-Jahres-Vertrag wurde Magath als neuer Manager und Chef-Trainer auf Schalke installiert – ohne jede Einschränkung. „Er hat die nötige Autorität und das fachliche Wissen, um diese Position auszufüllen. Vielleicht ist es sogar das Zukunftsmodel“, so Tönnies. So weit, so verständlich.

Prompt in der ersten Saison landete Schalke mit Magath auf dem 2. Tabellenplatz und erreichte die Champions-League. Ein durchaus unerwartete, aber seitens der Vereinsführung gerne angenommene Zwischenbilanz. Der Trainer wurde gefeiert und bekam von den Fans alle Freiheiten der Welt. Schließlich war die erste Meisterfeier seit über 50 Jahren lediglich zwölf Monate entfernt. Der Trainer jedoch plante anders, was wiederum alle auf einmal erstaunte. Er leitete einen Umbruch ein, den er bereits zur Einstellung angekündigt hatte. Um die 30 Millionen Euro wollte der Trainer investieren. Geld, das durch die Champions-League sicher eingenommen werden konnte. Doch dieses Geld wurde ihm viel zu spät und nach langen Querelen erst Ende Juli bereitgestellt. So kaufte und verkaufte Magath Spieler, darunter namhafte Größen wie Raul oder Huntelaar. Spieler, die auf Schalke nicht ohne weiteres zu erwarten waren. In Gelsenkirchen scheint es allerdings üblich zu sein, an Größenwahn zu leiden. Und damit kommen wir wieder zurück zu unserem Buch.

Unter dem Kapitel „Das Image“ könnten wir dann die folgenden Beispiele einbringen. Viele Vereine legen Wert darauf, ein gepflegtes Image zu haben und dieses auch zu bewahren. Doch wie wir bereits wissen, hat sich Schalke zur Aufgabe gemacht, anderen Vereinen und Unternehmen, als Paradebeispiel zu dienen. Frei nach dem Motto: Schaut her, wenn ihr Erfolg habt, macht es nicht so wie wir. Mit dem neuen Saisonbeginn hatte Magath betont, dass sich so ein Erfolg nicht so einfach wiederholen würde, denn seine Planungen seien auf vier Jahre ausgelegt. Deshalb würde es eine schwere Saison werden, da sich die Mannschaft im Umbruch befände (Kicker Sonderheft 2010/2011). Sogar ein Abrutschen in das Mittelmaß wurde von dem Übungsleiter nicht ausgeschlossen. Über den DFB-Pokal sei es einfacher nach Europa zu kommen als in der Liga. Doch mit den Auftaktniederlagen in der Bundesliga gingen die Probleme im erfolgsverwöhnten Gelsenkirchen weiter. Viel zu viele Eitelkeiten spielen in diesem Verein eine viel zu große Rolle, so dass es sinnvoll ist, sich einfach öffentlich zu demontieren. Zwar stärkte der Aufsichtsratvorsitzende Tönnies ihm anfangs noch den Rücken, doch dauerte es lediglich vier Wochen um die Stimmung kippen zu lassen. „Ich hatte und habe an Felix Magath eine viel höhere Erwartung als den Klassenerhalt“, waren seine Worte nach der 0:5 Niederlage gegen Kaiserslautern und dem Rutsch auf Platz 15 in der Bundesliga. Dass Schalke bis dahin Tabellenführer in der Champions-League-Gruppe war und in der Liga bereits in der 3. Runde des DFB-Pokals stand, interessierte dabei weniger. Denn wenn wir eines über die Jahre gelernt haben, dann, dass langfristiger Erfolg in Gelsenkirchen nicht wichtig ist. Schon gar nicht ein Erfolg mit Ansage.

Somit war die Entlassung von Felix Magath am heutigen Mittwoch die logische Konsequenz eines permanent inkonsequent handelnden Vorstandes. Zumal ein Clemens Tönnies sich mit Sicherheit von einem Trainer-Manager Felix Magath in die Enge getrieben sah. Eine solche Entwicklung war selbstverständlich auch nicht vorherzusehen. Beim FC Bayern München wurde Magath trotz dem zweimaligen Double-Gewinn in Folge entlassen. Zwar war die Begründung damals, dass das Erreichen der Champions-League Plätze in Gefahr sei, doch wurde schon damals gemunkelt, dass Magath sehr unbequem sei. In Wolfsburg wurden dem Meistertrainer erstmals sehr viele Freiheiten gewährt, die sich auch im zweiten Jahr erfolgreich zurückzahlten. Und dann kam das ahnungslose Schalke. Ein Verein der den Erfolg möchte – doch wenn er ihn hat – nicht damit umgehen kann.

Schuld tragen an diesem Misserfolg beide Parteien, sowohl Magath, als auch der Verein. Denn der Trainer wusste ganz genau auf was er sich da eingelassen hatte (Pressekonferenz vom Freitag, den 11. März 2011). Clemens Tönnies hingegen scheint dies nicht gewusst zu haben, so zumindest lassen sich seine Worte nach der Trainerentlassung deuten. Sehr entgegen muss dem Aufsichtsratvorsitzenden der Mannschaftsrat gekommen sein, der sich über den Führungsstil des autoritären Trainers beklagt hatte (ein autoritärer Trainer ist in der heutigen Zeit auch nicht mehr hinnehmbar). Auch dieses Treffen (Mannschaftsrat und Tönnies) war schon seit Wochen in den Medien bekannt, was wiederum die Frage aufwirft, wie solche Informationen an die Öffentlichkeit kommen. Die passende sehr zweideutige Meinung hierzu liefert Tönnies gleich mit: „Nach außen mag es zuletzt so ausgesehen haben, als ob wir nicht wüssten, was wir tun. Aber wir wussten es ganz genau!“ Natürlich wussten es alle ganz genau, weil Schalke 04 nun mal Schalke 04 ist. Vertrauliche Informationen gibt es hier nicht, schon gar nicht, wenn man es der BILD-Zeitung erzählen kann.

Und während wahrscheinlich in jedem anderen Unternehmen oder Verein nicht nur der Trainer und Manager hätte gehen müssen, sondern auch derjenige, der diesen „fälschlicherweise“ eingestellt hat, bleibt bei Peinlich hoch 4, alles beim Alten. Sollten sich zudem die Gerüchte bestätigen, dass Ralf Rangnick den Posten übernehmen soll, geht man auf Schalke ganz einfach zur Tagesordnung zurück –  Business as usual. Eigentlich wollte Rangnick erst zur neuen Saison über einen neuen Job als Trainer bei einem Bundesligisten nachdenken. Doch wenn man bei den Knappen schon einmal als Trainer unehrenvoll entlassen wurde, geht man da gerne ein zweites Mal hin.

Egal wie es ausgeht, viel verändern wird sich in Gelsenkirchen nicht. Lediglich die Trainer werden noch des Öfteren ausgetauscht. Doch etwas anderes wäre auch undenkbar, denn die einzige  Aufgabe die der Verein schon seit Jahren erfolgreich meistert – nämlich als erfolglos Beispiel zu dienen – kann kein anderer Verein so eindrucksvoll erfüllen. Auch wenn sich der HSV oder der VfB Stuttgart in Zukunft noch so viel Mühe geben…

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„Vermisst“ – RTL und das Spiel mit der Trauer

14 02 2011

Am Sonntag konnten sich viele Zuschauer mal wieder über eine neue Sendung der Reihe „Vermisst“ bei RTL freuen. Eine Sendung, die meiner Meinung nach an Unverschämtheit und Bodenlosigkeit den Bogen bei weitem überspannt.

Das Konzept der Sendung, ähnelt im Aufbau einer Vielzahl von anderen Formaten über die man diskutieren kann oder nicht. Fakt ist, dass der Einfallsreichtum einiger Sender sehr begrenzt scheint. Zumindest erwarten sie vom Zuschauer auch nicht, dass der sich über die mangelhafte Qualität in irgendeiner Weise Gedanken macht.

Doch was Julia Leischik in der Sendung „Vermisst“ zum Besten gibt, stößt bei mir auf größte Respektlosigkeit. Und zwar nicht nur dem Zuschauer, sondern auch denjenigen gegenüber, die tatsächlich eine verwandte, befreundete oder bekannte Person vermissen. Das Prinzip der Sendung ist einfach: Eine Person wird seid geraumer Zeit vermisst. Weder Ermittlungen der Polizei, noch Aussagen von Augenzeugen oder Verwandten geben Anlass zur Hoffnung die vermisste Person ausfindig zu machen. Die Idee an sich also, über das Fernsehen auf diese Fälle aufmerksam zu machen, ist völlig in Ordnung und nachvollziehbar. Wenn allerdings eine Moderatorin mit ihrem ständigen Dauergrinsen Fragen an die Menschen stellt, die seit längerem darauf warten, von einer vermissten Person zumindest ein Lebenszeichen zu erhalten empfinde ich das als blanken Hohn.

Die Krönung aber bietet die zur Verfügung gestellte Hotline:

Egal für wen diese 0,14€ pro Minute bestimmt sind – es bleibt eine Frechheit. Denn es gibt überhaupt keinen Anlass hierfür in irgendeiner Weise Geld zu verlangen. Zwar bin ich weder der Meinung, dass der Preis vermeidliche Zeugen davon abhalten würde sich zu melden, noch bin ich der Meinung, dass diese Hotline von „normalen“ Menschen angerufen wird. Denn ohne groß um die Ecke zu denken, müsste jeder wissen, dass ein Anruf bei der lokalen Polizeidienststelle ausreichen würde. Doch finde ich es hochgradig unverschämt, überhaupt auf den Gedanken zu kommen hierfür abzukassieren.

Aber solange sich der „Otto Normalverbraucher“ damit abfindet und sich weiterhin grundlos abzocken lässt, wird sich da in naher Zukunft mit Sicherheit auch nichts ändern.





Verarsche im TV – Was für ein Wahnsinn

26 01 2011

Seit zwölf Tagen läuft nun das Dschungel-Camp in diesem Jahr und mittlerweile ist es bereits die fünfte Staffel in der sich X-Z Promis in den vermeidlich gefährlichsten Dschungel der Welt begeben und ihrer „Karriere“ den endgültigen Todesstoß setzen.

Doch schon seit der ersten Staffel gibt es diverse Gerüchte darüber, ob es denn überhaupt ein richtiges Camp ist? Ist denn vielleicht doch alles „nur“ der Unterhaltung wegen gestellt? Sind die überhaupt in Australien? Etc., etc.? Um eines schon einmal vorweg zu nehmen – Ja, die Sendung wird in Australien aufgezeichnet. Und alles andere? Hallo! Das ist TV. Natürlich stimmt alles andere auch!

Die Bild-Zeitung jedoch wagt es sich doch in der heutigen Ausgabe tatsächlich etwas an der Sendung  anzuzweifeln.

„10 Millionen Zuschauer getäuscht und hingehalten: RTL verarscht die Dschungel – Fans“.

Unglaublich! Der Privatsender, der fast nie mit der Bild-Zeitung zusammenarbeitet, verarscht seine Zuschauer?! Eine unglaubliche Unterstellung, die die Bild so beschreibt:

Deutschland fiebert mit: Wer fliegt als Nächster aus dem Dschungelcamp? Aber jetzt hat RTL die über 10 Millionen Fans glatt verarscht. Obwohl feststand, dass Sarah Knappik (24) freiwillig rausgeht, taten die Dschungel-Bosse so, als müsse noch abgestimmt werden: für 50 Cent pro Anruf. Und Millionen Zuschauer wurden bis in die Nacht hingehalten, erfuhren nichts. Wie die ganze Schummelei lief.

RTL verarscht die Dschungel-Fans (26.01.2011)

Was für eine Frechheit! Wie kann ein Sender, der ausschließlich für Qualitätsunterhaltung steht, seine Zuschauer so dreist hintergehen? Um die Tragweite dieser Schamlosigkeit zu dokumentieren, ließ es sich Matthias Brügelmann – Mitglied der Bild Chefredaktion – nicht nehmen, seinem Unmut kund zu tun. Sein Schlussplädoyer:

Das ist billiger Quotenkampf auf dem Rücken der Zuschauer!

Zietlow & Bach haben die Höchststrafe verdient: Eine Woche Dschungelcamp bei Reis und Bohnen! Und am besten nehmen sie ihre Sender-Chefs gleich mit.

(Verkauft uns nicht für dumm!-  Kommentar (26.01.2011))

Nachtrag: Der Artikel ist nicht mehr verfügbar

Richtig so! Der Mann hat es auf den Punkt gebracht. So wie seine Zeitung es jeden Tag macht. Die Fakten auf den Tisch, keine Verarsche an den Lesern. Immerhin kostet die Bild-Zeitung lediglich 10 Cent mehr, erreicht aber angeblich – täglich (!) – 12,5 Millionen Leser. Da kann und muss also täglicher Qualitätsjournalismus erwartet werden. Vor allem wenn alles dafür getan wird, geeignete Kolumnisten für die diversen Themen zu gewinnen. Mit Désirée Nick zumindest, wurden alle Maßnahmen getroffen um die Qualität der Berichterstattung zu sichern. Und wer dem keinen Glauben schenkt, sei gesagt: Ab in den Dschungel bei Reis und Bohnen!





Wahnsinn Teil II – Mäuse im Weißen Haus! Ist das die Rache der Taliban?

21 05 2010

Der Präsident der Vereinigten Staaten steht vor unglaublichen Schwierigkeiten. Themen wie Irak, Afghanistan, Gesundheits- und/oder Finanzreform – alle unwichtig! Denn: Es gibt Mäuse im Weißen Haus!

Leider konnte nicht genau gesagt werden, welche Art von Mäusen den Präsidenten und vermutlich bald ganz Amerika angreifen. Allerdings wird vermutet, dass zumindest eine Maus, als Wühlmaus identifiziert werden konnte. So berichtet es „ Bild – online“.

Dabei blieb auch vorerst die Tatsache unbeachtet, dass Präsident Obama ein, immerhin für Amerika, wichtiges Gesetz durch den Senat gebracht hat.

Ist auch nicht weiter interessant, dass der amerikanische Finanzsektor bald einer strengeren Kontrolle unterzogen wird, wenn das Weiße Haus weiterhin von Mäusen angefallen wird. Denn dann war die ganze Arbeit ohnehin umsonst…

Auf jeden Fall ist der Informationsgehalt enorm hoch. Eine Nachricht wird ja erst dann zu einer Nachricht, wenn sie was Neues erzählt. Wird erfüllt: Mäuse im Weißen Haus oder gar in Amerika – gibt’s nicht! Reformen, Gesetze oder Beschlüsse – jeden Tag.





Wahnsinn! Alles gelogen bei Tine Wittler?

21 05 2010

So etwas Dreistes und unverschämtes habe ich von RTL ja ganz ehrlich nicht erwartet.

Da bekommt Tine Wittler jetzt endlich eine neue Sendung (vorher „Einsatz in vier Wänden“), und dann so etwas: Alles gelogen!

Zumindest behauptet das die „Bild“, die Zeitung, die für detailgetreuen und ernsthaften Journalismus einsteht. Von daher muss an der Geschichte ja etwas dran sein.

Zum Thema. Bei der Sendung „Unterm Hammer“, versucht Tine Wittler Familien zu helfen, deren Eigenheim kurz vor der Zwangsversteigerung steht (Info – „Unterm Hammer“). Eine super Idee von den Machern, da es ja leider noch keine ähnlichen Formate gibt. Aber das gehört hier nicht rein.

Jetzt kam es am Sonntag zur großen TV-Lüge! Schon gestern berichtete „Bild.de“ darüber. Und zum Entsetzen der Redaktion musste festgestellt werden, dass das Haus noch immer zum Verkauf steht. Laut „Bild.de“ äußerte sich RTL folgendermaßen:

„Das Haus wurde während der Dreharbeiten aufgemöbelt und im Rahmen der Produktion am letzten Drehtag versteigert. Genau so haben wir es in der Sendung gezeigt. Einen Monat nach Beendigung der Dreharbeiten im vergangenen Jahr ist der Verkäufer laut Produktionsfirma, aber ohne Wissen von Tine Wittler, von seinem Verkaufsangebot zurückgetreten.“

Worauf es im Text wie folgt weitergeht:

Warum die Eigentümer plötzlich nicht mehr am Verkauf festhalten wollten, ist unklar. Immerhin hätten sie 235 000 Euro bekommen (Schummel-TV I)

Ich bin mir ziemlich sicher, dass gestern der zweite Nachsatz noch nicht dabei stand, kann es aber leider nicht belegen. Ist aber auch nicht wichtig, denn heute heißt es:

FERNSEH-LÜGE: Bei der groß inszenierten Versteigerung lässt der Auktionator den Hammer bei 235 000 Euro fallen. Tine Wittler sagt: „Das Haus ist verkauft.“

WAHRHEIT: „Es gab Niemanden, der das Haus für die im TV genannte Auktionssumme von 235 000 Euro haben wollte“, sagt Besitzerin Beatrix Fischbach. Die Bieter, zumindest einige davon, sollen auch nur Statisten gewesen sein.

( Schummel-TV II )

(Das sind nur ein paar Auszüge aus den Artikeln. Kann aber nur jedem empfehlen sie selbst noch einmal zu lesen).

Wahnsinn ist es allemal. Das RTL echt so weit geht und das alles nur inszeniert um eine weitere Sendung im Repertoire zu haben. Meiner Meinung nach, der Skandal des Jahres. Ein großes Lob an alle die diese Artikel für uns recherchiert haben und diese TV-Lüge aufgeklärt haben! Wenn Sie nun auch so viel Wert auf die eigene Arbeit legen würden, wäre uns allen noch mehr geholfen.





In eigener Sache

3 05 2010

Hallo an alle!

Ich möchte mich bei allen bedanken die sich für meinen Blog interessieren und jeden Tag hier hin und wieder einmal reinschaun.
Aus diesem Grund möchte ich mich für meine Nachlässigkeit in den letzten Tagen entschuldigen! Befinde mich gerade in der Klausurenphase und habe kaum noch Zeit! Ich gelobe aber Besserung und habe schon ein paar schöne neue Themen!

Also bis dahin und beste Grüße!





„Wir müssen das Leid beim Namen nennen“ – Also Krieg?

22 04 2010

Was heißt das denn  dann, liebe Frau Bundeskanzlerin? Krieg oder nicht Krieg? Und wenn Krieg, warum befinden wir uns dann überhaupt im Afghanistan-Einsatz?

Fragen über Fragen, die meiner Meinung nach heute nicht gänzlich geklärt werden konnten. Es wurde zwar viel geredet, aber neue Erkenntnisse haben sich nicht ergeben.

Ich freue mich darüber, wenn die Kanzlerin sagt, dass „wir das Leid beim Namen nennen sollen“ (Bild.de). Damit sagt Sie mir und vielen anderen nichts anderes, als dass sich unsere Soldaten im Krieg befinden!

Eine „ kriegsähnlicher Zustand “, von dem auch schon einmal gesprochen wurde, gibt es für mich nicht.

Mittlerweile sind es immerhin schon knapp neun Jahre die der Einsatz andauert. 2001 begann das Mandat mit 1200 Soldaten. Jetzt können bis zu 5350 entsandt werden!

(Quelle: http://www.tagesschau.de)

Das für mich interessante dabei ist: Die 280 Soldaten, die ausschließlich für die Ausbildung der einheimischen Sicherheitskräfte vorgesehen waren, werden auf 1400 aufgestockt. Da muss die überspitzte Frage erlaubt sein, wie „unfähig“ die afghanischen Sicherheitskräfte wohl sein müssen? Oder anders: Für wie dumm werden wir eigentlich verkauft?

Zudem geht es bei dem Einsatz um den „zivilen Wiederaufbau“.

Auch wenn ich kein Freund der Linkspartei bin, muss ich in einem Punkt Gregor Gysi zustimmen: „Ziviler Aufbau in Afghanistan geht nur ohne Waffen“. Wie auch sonst? Mit Waffengewalt offensichtlich nicht…

Auch ein Kampf gegen den Terrorismus ist für mich nicht erkennbar. Und vor allem, was soll das überhaupt bedeuten, Kampf gegen den Terrorismus? Sind die Afghanen denn allein dafür verantwortlich, dass es Terrorismus in der Welt gibt?

Die Konsequenz darf dann nicht sein, dass sich deutsche Soldaten in allen Ländern befinden, in denen wir Gefahr wittern, und dann von „kriegsähnlichen Zuständen“ sprechen müssen.

Aber wenn sich noch nicht einmal die Regierung darüber einig ist, ob es Krieg oder kein Krieg ist, dann kann uns vorerst auch keiner weiterhelfen. Der Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg spricht nämlich von “Krieg“ . Für Außenminister Guido Westerwelle sei Krieg,  „traditionell eine militärische Auseinandersetzung zwischen zwei oder mehr Staaten mit der Absicht der Eroberung oder Unterdrückung“ (Bild am Sonntag). Dies sei in Afghanistan erkennbar nicht der Fall. Wenn dies so erkennbar für ihn ist, dann soll er das auch verdeutlichen.  Die aktuelle Berichterstattung sagt mir persönlich etwas anderes.

Wie, wann und ob es einen Rückzug auf Afghanistan geben wird, wurde auch nicht beantwortet.

Dass die deutschen Einsatztruppen jetzt nicht mehr einfach so aus Afghanistan abziehen können, sollte klar sein. Das sollte auch die Linkspartei einsehen, die mit viel Polemik dafür sorgt, dass der Abzug überhaupt nicht zu einem ernsten Thema wird. Deutschland ist schon zu sehr in den Konflikt involviert als, dass man jetzt die Soldaten da „von jetzt auf gleich“ abziehen könnte. Man würde das pure Chaos hinterlassen. Aber eine Perspektive für den Einsatz ist auch nicht zu erkennen. Denn es gibt einfach kein ersichtliches Ziel welches es noch zu erreichen gibt.

Auch Frau Merkel kann dies nicht beantworten. Sie sagt zwar, dass der Einsatz nicht „auf Dauer eingestellt“ sei, aber das war es dann auch. Auch die SPD fordert ein konkretes Abzugsdatum. 2015 soll es so sein. Und was soll das dann bedeuten? Was ist denn, wenn die Zustände dann die gleichen sind oder sogar schlimmer? Dann geht es trotzdem für alle nach Hause? So nach dem Motto: Mission gescheitert – vielleicht schaffen die es ja alleine.

Ich bin gespannt wie sich der Afghanistan-Einsatz in den nächsten Jahren entwickelt. Es würde mich allerdings auch interessieren, was ihr dazu sagt.

Also in diesem Sinne – Mediatrotter.








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