„Vermisst“ – RTL und das Spiel mit der Trauer

14 02 2011

Am Sonntag konnten sich viele Zuschauer mal wieder über eine neue Sendung der Reihe „Vermisst“ bei RTL freuen. Eine Sendung, die meiner Meinung nach an Unverschämtheit und Bodenlosigkeit den Bogen bei weitem überspannt.

Das Konzept der Sendung, ähnelt im Aufbau einer Vielzahl von anderen Formaten über die man diskutieren kann oder nicht. Fakt ist, dass der Einfallsreichtum einiger Sender sehr begrenzt scheint. Zumindest erwarten sie vom Zuschauer auch nicht, dass der sich über die mangelhafte Qualität in irgendeiner Weise Gedanken macht.

Doch was Julia Leischik in der Sendung „Vermisst“ zum Besten gibt, stößt bei mir auf größte Respektlosigkeit. Und zwar nicht nur dem Zuschauer, sondern auch denjenigen gegenüber, die tatsächlich eine verwandte, befreundete oder bekannte Person vermissen. Das Prinzip der Sendung ist einfach: Eine Person wird seid geraumer Zeit vermisst. Weder Ermittlungen der Polizei, noch Aussagen von Augenzeugen oder Verwandten geben Anlass zur Hoffnung die vermisste Person ausfindig zu machen. Die Idee an sich also, über das Fernsehen auf diese Fälle aufmerksam zu machen, ist völlig in Ordnung und nachvollziehbar. Wenn allerdings eine Moderatorin mit ihrem ständigen Dauergrinsen Fragen an die Menschen stellt, die seit längerem darauf warten, von einer vermissten Person zumindest ein Lebenszeichen zu erhalten empfinde ich das als blanken Hohn.

Die Krönung aber bietet die zur Verfügung gestellte Hotline:

Egal für wen diese 0,14€ pro Minute bestimmt sind – es bleibt eine Frechheit. Denn es gibt überhaupt keinen Anlass hierfür in irgendeiner Weise Geld zu verlangen. Zwar bin ich weder der Meinung, dass der Preis vermeidliche Zeugen davon abhalten würde sich zu melden, noch bin ich der Meinung, dass diese Hotline von „normalen“ Menschen angerufen wird. Denn ohne groß um die Ecke zu denken, müsste jeder wissen, dass ein Anruf bei der lokalen Polizeidienststelle ausreichen würde. Doch finde ich es hochgradig unverschämt, überhaupt auf den Gedanken zu kommen hierfür abzukassieren.

Aber solange sich der „Otto Normalverbraucher“ damit abfindet und sich weiterhin grundlos abzocken lässt, wird sich da in naher Zukunft mit Sicherheit auch nichts ändern.





Verarsche im TV – Was für ein Wahnsinn

26 01 2011

Seit zwölf Tagen läuft nun das Dschungel-Camp in diesem Jahr und mittlerweile ist es bereits die fünfte Staffel in der sich X-Z Promis in den vermeidlich gefährlichsten Dschungel der Welt begeben und ihrer „Karriere“ den endgültigen Todesstoß setzen.

Doch schon seit der ersten Staffel gibt es diverse Gerüchte darüber, ob es denn überhaupt ein richtiges Camp ist? Ist denn vielleicht doch alles „nur“ der Unterhaltung wegen gestellt? Sind die überhaupt in Australien? Etc., etc.? Um eines schon einmal vorweg zu nehmen – Ja, die Sendung wird in Australien aufgezeichnet. Und alles andere? Hallo! Das ist TV. Natürlich stimmt alles andere auch!

Die Bild-Zeitung jedoch wagt es sich doch in der heutigen Ausgabe tatsächlich etwas an der Sendung  anzuzweifeln.

„10 Millionen Zuschauer getäuscht und hingehalten: RTL verarscht die Dschungel – Fans“.

Unglaublich! Der Privatsender, der fast nie mit der Bild-Zeitung zusammenarbeitet, verarscht seine Zuschauer?! Eine unglaubliche Unterstellung, die die Bild so beschreibt:

Deutschland fiebert mit: Wer fliegt als Nächster aus dem Dschungelcamp? Aber jetzt hat RTL die über 10 Millionen Fans glatt verarscht. Obwohl feststand, dass Sarah Knappik (24) freiwillig rausgeht, taten die Dschungel-Bosse so, als müsse noch abgestimmt werden: für 50 Cent pro Anruf. Und Millionen Zuschauer wurden bis in die Nacht hingehalten, erfuhren nichts. Wie die ganze Schummelei lief.

RTL verarscht die Dschungel-Fans (26.01.2011)

Was für eine Frechheit! Wie kann ein Sender, der ausschließlich für Qualitätsunterhaltung steht, seine Zuschauer so dreist hintergehen? Um die Tragweite dieser Schamlosigkeit zu dokumentieren, ließ es sich Matthias Brügelmann – Mitglied der Bild Chefredaktion – nicht nehmen, seinem Unmut kund zu tun. Sein Schlussplädoyer:

Das ist billiger Quotenkampf auf dem Rücken der Zuschauer!

Zietlow & Bach haben die Höchststrafe verdient: Eine Woche Dschungelcamp bei Reis und Bohnen! Und am besten nehmen sie ihre Sender-Chefs gleich mit.

(Verkauft uns nicht für dumm!-  Kommentar (26.01.2011))

Nachtrag: Der Artikel ist nicht mehr verfügbar

Richtig so! Der Mann hat es auf den Punkt gebracht. So wie seine Zeitung es jeden Tag macht. Die Fakten auf den Tisch, keine Verarsche an den Lesern. Immerhin kostet die Bild-Zeitung lediglich 10 Cent mehr, erreicht aber angeblich – täglich (!) – 12,5 Millionen Leser. Da kann und muss also täglicher Qualitätsjournalismus erwartet werden. Vor allem wenn alles dafür getan wird, geeignete Kolumnisten für die diversen Themen zu gewinnen. Mit Désirée Nick zumindest, wurden alle Maßnahmen getroffen um die Qualität der Berichterstattung zu sichern. Und wer dem keinen Glauben schenkt, sei gesagt: Ab in den Dschungel bei Reis und Bohnen!








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